(geb. 1958), FÄ für Innere Medizin – Psychotherapie, Hypnotherapeutin, MBSR-Lehrerin. Chefärztin sysTelios Gesundheitszentrum Siedelsbrunn.
Die Weiterbildung eröffnet die Möglichkeit, die Fachkunde „Gruppenpsychotherapie im Schwerpunkt Systemische Therapie“ zu erlangen. Dieser Fachkundenachweis ist Voraussetzung für die Abrechnung von systemischen Gruppentherapien mit den Krankenversicherungen. Formale Kriterien hierfür sind
An wen richtet sich die Weiterbildung?
Die Weiterbildung richtet sich an Menschen, die in Therapie und Beratung in den unterschiedlichsten Kontexten mit Gruppen tätig sind. Insbesondere an
· TeilnehmerInnen von systemischen Approbationsausbildungen
· approbierte PsychotherapeutInnen mit Zusatztitel „Systemische Therapie“ einer LPK
· Psychotherapeutisch tätige ÄrztInnen mit systemischer Qualifikation
Weiterbildungskontext
Therapeutische Grundlage der drei Blöcke ist das systemisch-hypnosystemische Denken und Handeln. Ziel dieses Curriculums ist es, Theorie und Praxis zusammenkommen zu lassen, um eine hypnosystemische Haltung zu entwickeln und diese mit Wissen, Ideen, Neugier, Offenheit und Freude in der Arbeit umsetzen zu können. Der Wunsch ist es, in den Blöcken Inhalt und Form bezüglich der Vermittlung und der Möglichkeit eigene Erfahrung machen zu können, zusammen kommen zu lassen, sodass wir dies mittels eines „Metablicks“ wahrnehmen, prüfen und uns daran immer wieder ausrichten können.
Weiterbildungsinhalte
1. Block: entspricht dem Seminar "Systemische Gruppenpsychotherapie" (einzeln buchbar):
Im ersten Block geht es darum, ein vertieftes Verständnis systemischer und hypnosystemischer Grundannahmen und deren Übersetzung in die Gruppe zu erlangen. Hierzu gehört die Auffrischung und die Klärung von Beschreibungen wie:
- Wirklichkeitskonstruktion - Kybernetik 1. und 2. Ordnung
- Autopoiese/Selbstorganisation/Synergetik
- Hypothesenbildung
- zirkuläre Wechselwirkung
- Fokussierung von Aufmerksamkeit und Auswirkung auf das Erleben
- Transparenz
- Neutralität
- Ressourcenaktivierung
- Lösungsorientierung
Als nächsten Schritt wenden wir uns einer „größeren“ Rahmung von Gruppen zu:
Zentrale Fragen sind hier: Was sind allgemeine und spezifische Ziele und Wirkfaktoren in Gruppen? Wofür systemische Gruppentherapie? Was wollen wir bewirken? Wo liegt der Unterschied zu anderen Gruppenkonzepten?Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Auseinandersetzung mit dem systemischen Verständnis von Symptom – Krankheit und psychiatrisch-psychotherapeutischer Diagnostik.Weiteres Thema ist ein kompakter Überblick über unterschiedliche Formen systemischer Gruppentherapie in verschiedenen Kontexten.
2. Block:
Inhalt des 2. Blocks wird, neben der kurzen Auffrischung aus Block 1, die eigene Verortung in den unterschiedlichen Konzeptionen von Gruppentherapie (Anliegen orientiert versus psychodynamisch/analytisch) sein. Des Weiteren wird es um typische Interaktionsmuster in der Gruppe (Gruppendynamik) und deren Umgang damit gehen. Hierbei ist der Blick auf den Gesamtprozess innerhalb der Gruppe, die Anliegen orientierte Arbeit mit einem Gruppenmitglied und das Utilisieren der Gruppenmitglieder als sog. „Resonanz- und Erfahrungskörper“ relevant für den laufenden Prozess innerhalb eines komplexes System wie der Gruppe. Zentrale Fragen sind hier: Wie kann ich die Gruppe gestalten/moderieren, so dass diese komplexen Interaktionen zieldienlich genutzt werden können? Daraus abgleitet: Welche Aufgaben muss eine Gruppenleitung im Rahmen dieses Verständnisses übernehmen, sodass eine Führung und Begleitung der Gruppenmitglieder in der Gruppe gelingt?
3. Block:
Anhand der Aufteilung von Gruppenbeginn, Arbeit in der Gruppe und Beenden der Gruppe gehen wir in die eigene Erfahrung. Zentrale Fragen sind hier:Gruppenbeginn: Wie kann ich eine Gruppe gut rahmen und zieldienlich beginnen? Welche Anregungen sind hier günstig – welche ungünstig (priming – pacing – seeding)?Gruppenmitte: wie kann die Arbeit mit Anliegen gelingen? Welche Interventionen gibt es und welche biete ich wofür an? Wie kann eine optimale Vernetzung der Anliegen gelingen und somit das Potenzial der Gruppe genutzt werden? Wie gelingt eine gute Balance von einzelner Anliegen orientierter Arbeit in der Gruppe unter Nutzung der Synergieeffekte? Gruppenabschluss: Welche Vorgehensweisen können das Beenden und den Ausstieg aus einer Gruppe unterstützen? Wie kann eine Vernetzung der Gruppenarbeit in den Heimatkontext gelingen? Der Schwerpunkt im 3. Block liegt auf der Selbsterfahrung, so dass die Interventionsformen und Vorgehensweisen gemeinsam in der Gruppe geübt werden.Aufnahmevoraussetzungen-Nachweis der Teilnahme an einer systemischen Approbationsausbildung-Nachweis Approbation in Psychotherapie mit Zusatztitel "Systemische Therapie"-Nachweis psychotherapeutisch tätige ÄrztInnen mit systemischer QualifikationDie Teilnahme an Block 2 und 3 setzt den Besuch von Block 1 voraus (entweder im Rahmen der Approbationsausbildung oder über die Teilnahme am Seminar "Systemische Gruppenpsychotherapie"
Systemisches Denken birgt einen reichhaltigen Schatz für die gruppenpsychotherapeutische Arbeit, den wir gemeinsam mit den Teilnehmer:innen heben wollen. Im Seminar werden wir bewährte Grundüberlegungen für eine systemische Arbeit mit Gruppen vorstellen sowie konkretes Handwerkszeug für eine wertschätzende, lösungs- und ressourcenorientierte Arbeit in Gruppen anbieten.