Wenn die Wunde verheilt ist, schmerzt die Narbe - Traumadynamik und systemische Traumapädagogik

Nicht jeder Stress ist traumatischer Stress, doch wenn chronischer Stress auf die Entwicklung eines Kindes einwirkt, hat er besonders heftige Störungen zur Folge. Anders als bei Erwachsenen beeinflusst traumatischer Stress in Form von Vernachlässigung, Misshandlung und anderen Formen von Gewalt die im Wachsen befindliche Struktur des Gehirns. Wie kommt es, dass Kinder oder auch Erwachsene bei kleinsten Belastungen extreme Phänomene der Über- oder Untererregung zeigen, die in der Sprache der Psychotraumatologie als „Übererregung“ und „Dissoziation“ bekannt sind. Was ist dann hilfreich? Was kann man tun?

Zunächst werden die grundsätzlichen Mechanismen der Trauma-Dynamik und Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern vorgestellt und dabei Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie, der Bindungsforschung, der Polyvagal-Theorie und der Neurobiologie in verständlicher Form vermittelt. Hierzu zählen auch Überlegungen zu Resilienz, des Gedeihens trotz widriger Umstände. Anschließend wird vorgestellt, wie eine systemische Trauma-sensible Pädagogik dazu führen kann, dass ein zuverlässiger Beziehungsrahmen zusammen mit Maßnahmen der äußeren und inneren Stabilisierung dazu verhelfen kann, dass Kinder und Jugendliche ein inneres Gleichgewicht und damit eine psychische Genesung erlangen können. Zusätzlich wird darüber zu sprechen sein, wie nach häuslicher Gewalt Umgangskontakte mit der Herkunftsfamilie so gestaltet werden können, dass sie für alle Beteiligten gewinnbringend sind. Erfahrungen der Teilnehmer:innen können zur Veranschaulichung einbezogen werden. (16 UE)

Dozent:in
Veranstaltungsort
Helm Stierlin Institut
Termine
  • Di. 15.06.2027 09:00 – Mi. 16.06.2027 16:00
Anmeldung möglich.
Kosten
300,00 Euro
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